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Rezension »Spinster Girls – Was ist schon normal?«

WERBUNG! – Rezensionsexemplar

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Titel: Spinster Girls – Was ist schon normal?
Autorin: Holly Bourne
Erscheinungsdatum: 20.07.2018
Verlag: dtv
Format: Taschenbuch
Seiten: 416
Preis: 10,95€

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Wir sind stark, wir lassen uns nichts sagen und küssen trotzdem. Wir sind die Spinster Girls!

Alles, was Evie will, ist normal zu sein. Und sie ist schon ziemlich nah dran, denn immerhin geht sie wieder zur Schule, auf Partys und hat sogar ein Date. Letzteres entpuppt sich zwar als absolutes Desaster, dafür aber lernt sie dadurch Amber und Lottie kennen, mit denen sie den Spinster Club gründet. Doch schafft sie es auch, mit ihren neuen Freundinnen über ihre Krankheit zu sprechen?

Quelle: https://www.dtv.de/buch/holly-bourne-spinster-girls-was-ist-schon-normal-71797/

 

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Vor dem schwarzen Hintergrund prangt ein tränendes gelb-umrandetes Auge, umgeben vom Titel und dem Namen der Autorin.

Leider gefällt es mir nicht so gut, aber durch die starken Kontraste ist es sehr auffällig. Und das ist ja letztendlich das, was zählt!

cameff_1493644315581Vielen lieben Dank an den dtv Verlag, der mir dieses Buch kostenfrei zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt haben.

Auf das Buch neugierig geworden bin ich erst durch die Bloggeraktion mit den vier Bloggerinnen Lea, Anna, Sanne und Anabelle. Da sie so von dem Buch geschwärmt haben und ich feministische Bücher sehr gern mag, war klar, dass ich es unbedingt lesen möchte.

Holly Bourne hat einen sehr angenehmen und leichten Schreibstil, sodass sich das Buch recht flüssig liest. Mir gefällt der Erzählstil aus Sicht der Protagonistin Evie sehr gut und die Darstellung ihrer Gedanken als separate Textstellen lassen es zu, dass man sich ziemlich schnell in Evie hineinversetzen kann.

Die gesamte Geschichte rund um Evie ist stark von ihrer Zwangsstörung geprägt, weshalb sie sich fortlaufend wie eine Art Genesungs-, oder wie sie es nennt, Normalwerdetagebuch liest.

Während Evie als Person relativ gut durchdacht und ausgearbeitet, waren mir die restlichen Charaktere leider ein wenig zu oberflächlich. Gerade ihre beiden Freundinnen Lottie und Amber, denen in der zweiten Hälfte des Buches eine ziemlich große Bedeutung zugesprochen wird, hätten für mich noch ein wenig differenzierter ausgearbeitet werden können.

Gerade bei feministischen Jugendbüchern habe ich immer die Befürchtung, dass mir die Protagonisten entweder zu jung sind, um dieses Thema realitätsnah umzusetzen oder für ihr Alter zu reif und erwachsen handeln. Holly Bourne hat dies hier aber super umgesetzt, indem die Protagonisten ca. 16-20 Jahre alt sind und ihrem Alter entsprechend reif, aber auch nicht zu erwachsen handeln.

Ziemlich schnell wird man mit frauenfeindlichen Parolen, die jeder von uns mindestens einmal erlebt hat, konfrontiert. Während es für Frauen diverse verachtende Begriffe wie „Schlampe“ und co. gibt, sucht man diese bei Männern vergeblich. Aber wieso? Weil es bei Männern beachtlich ist, wenn sie von einem Bett ins nächste hüpfen? Ich denke nicht. Und ist es okay, dass jeder Mann, wie er möchte, Frauen unsittlich berühren kann, nur weil sie einen kurzen Rock und ein weiteres Dekolleté tragen? ERST RECHT NICHT!!! Wieso werden Frauen immer noch als das schwache Geschlecht abgetan mit all den Konsequenzen die daraus entstehen? Genau diesen Fragen widmen sich Evie und ihre Freundinnen Amber und Lottie kritisch, indem sie den „Spinster Girls“-Club gründen. Wie die Treffen in ihren Alltag einfließen und wie er immer mehr an Bedeutung gewinnt, finde ich beachtlich und hat mich sehr beeindruckt zurückgelassen,

Ebenso hat mich auch Evies Entwicklung sprachlos gemacht. Auch wenn ihre Therapeutin immer wieder ihre Bedenken zu ihren Handlungen äußert und diese teilweise sogar in Frage stellt, kämpft Evie nur noch stärker um ein normales Leben. Auch wenn ihr das nochmal zum Verhängnis werden soll, ist die Message, die dahinter steckt, einfach nur grandios.

Gerade das Ende der Geschichte fand ich sehr bewegend und gibt Mädchen und jungen Frauen Mut, sich zu öffnen und zu sprechen.

Leider fand ich es schade, dass der „Spinster Girls“-Club, obwohl er einen ziemlich hohen Stellenwert hat, an einigen Stellen ein wenig untergeht, während die Zwangsstörung der Protagonistin das Ruder übernimmt. Hier hätte ich mir eine deutlichere Balance gewünscht.

Auch wenn der Roman eher jüngere Leser/Innen ansprechen soll, kann man ihn aber getrost auch noch als Erwachsener lesen.

Da mir der Roman ziemlich gut gefallen hat, vergebe ich daher 4/5 Sternen.

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PS: Der zweite Band der „Spinster Girls“-Reihe ist bereits erschienen und wartet ebenfalls schon darauf von mir verschlungen zu werden!

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